Madeira

Madeira steht in dem schlechten Ruf, lediglich ein „Rentner-Ziel“ zu sein. Das können wir nach unserer ersten Reise dorthin absolut nicht bestätigen. So ist auf der Atlantik-Insel (737 Kilometer von der marokkanischen Küste entfernt) in den größeren Orten, besonders in Funchal, eine ausgedehnte Kneipen- und Club-Szene zu finden. Der Flughafen Funchal (übrigens die einzige gerade Fläche auf Madeira) ist von Deutschland aus je nach Abflughafen in 3,5 bis 4,5 Stunden erreichbar. Der erste Eindruck vom Flughafen: Sauber! Absolut sauber! Kein Vergleich zu den Flughäfen auf den Kanaren oder Balearen. Der Sauberkeits-Faktor gilt übrigens für die gesamte Insel. Man merkt hier, dass Madeira noch kein überlaufeesn Massen-Ziel ist.

Klima
Wir waren Mitte Juni auf Madeira. Das Klima ist dort ganzjährig ausgesprochen mild, im Juni liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 21° bei 7 Regentagen. Das Klima variiert von Süden nach Norden. Der Süden ist die dichter besiedelte Region, die durch das mildere Klima auch von Touristen stärker frequentiert ist. Der Norden ist deutlich rauher, man merkt die Temperatur-Differenz schon, wenn man vom Süden der Insel in den Norden fährt (Mittig durchfährt mal die Insel in ca. 1,5 Stunden). Der Norden ist bei den Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel, hier finden sich mehrere natürliche See-Badebecken sowie einige künstlich angelegte See-Schwimmbäder.

Autofahren
Wir waren ca. 1 Auto-Stunde vom Flughafen entfernt in Camaro de Estreito untergebracht. Die Südseite der Insel lässt sich dank einer gut ausgebauten Autobahn sehr schnell befahren. Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein Mietwagen, wobei auf Madeira schon einige Fahrkenntnisse sinnvoll sind. Die Strassen sind (ausser der Autobahnen) eng und ausschliesslich in Serpetinen angelegt.

Bier-Marken und Bier-Preis
Als Franken haben wir uns überlegt, dass eine der wichtigeren Angaben die Bier-Qualität ist. Getrunken wird auf Madeira „Coral“, ein Bier nach Pilsener Art. Es schmeckt leicht malzig, ist etwas herber als unsere fränkischen Biere und ist mit ca. 40 Cent pro Flasche recht günstig. Abraten kann ich nur vom dunklen Coral. Das ist dasselbe wie das helle, nur mit etwas Zuckercouleur gefärbt.

Empfehlenswerte Ausflugsziele

Die Riscos bei Rabacal
Die hohen Wasserfälle sind zu Fuß vom Parkplatz oberhalb von Rabacal in ca. 2 Stunden erreichbar. Die Wanderwege sind gut ausgebaut (Erste hälfte etwa auf geteerter Strasse). Ein Weiteres Ziel sind die 25 Quellen (Fontes). Diese sind allerdings über deutlich schwierigere Wanderwege ca. 2 Kilometer vor der Abzweigung zu den Risos erreichbar. Die Wasserfälle sind sehr beeindruckend.

Picu Ruivo
Die höchste Erhebung der Vulkaninsel ist 1861 Meter hoch. Der überwiegende Teil der Strecke lässt sich bequem mit dem Auto zurücklegen. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass auf dem Parkplatz möglicherweise nebelig-diesiges, feuchtes Wetter herrscht! Vom Parkplatz aus passieren Sie den kompletten Bergkamm über eine Strecke von ca. 5 Kilometern auf einem hervorragend ausgebauten Wanderweg. Am Ende des Bergkamms haben Sie die Möglichkeit, noch mal Getränke aufzutanken. Danach geht es noch mal ca. 200 Meter in die Höhe. Belohnt werden Sie mit einem fantastischen Ausblick.

Cabo Girao
Die zweithöchste Steilklippe der Welt. 589 Meter Abgrund. Als wir auf Medeira waren, war dort gerade eine Glasplattform in Arbeit.

Wanderungen an den Levadas entlang
Die Levadas (Wasserkanäle) wurden von den ersten Siedlern zur Bewässerung der Felder angelegt. Entlang der meisten Levadas führen gut ausgebaute Wanderwege.

Grutas
Diese Lavahöhlen im Norden der Insel (bei Sao Vicente) können Sie mit einer Führung auf englisch besuchen. Anschliessend haben Sie die Möglichkeit, im geologischen Besucherzentrum eine 3D-Filmvorführung über die Entstehung der Insel, ein kleines Museum und eine Simulation des Erdkerns besuchen.

Monte
In dem Bergort oberhalb von Funchal besonders sehenswert: Die Korbschlittenfahrten. Einheimische nehmen Sie mit auf dieser klassischen Beförderungsart. Wir haben Monte am späteren Abend nur zum Essen besucht. Der Ausblick auf das hell erleuchtete Funchal ist faszinierend.

Naturschwimmbäder und Meeresaquarium in Porto Moniz
Das Aquarium ist relativ klein, kostet dafür mit 7 Euro aber relativ viel 🙂 Die Naturschwimmbäder sind hier ebenfalls einen Besuch wert. Sie werden mit natürlichem Meerwasser gespeist.

Botanischer Garten in Funchal
Eintritt ca. 3 Euro, dafür kann man sich in dieser riesigen Anlage auch gute 4 bis 5 Stunden aufhalten. Die Preise im Cafe sind angenehm, das Essen machte einen guten Eindruck. Der botanische Garten verändert sich das gesamte Jahr über durch die wechselnden Blüten.

Funchal
Funchal hat eine ausgedehnte Kneipen- und Clubszene, unterschiedliche Einkaufsviertel und alles sonst, was man von einer großen Stadt erwartet. Die Preise für Klamotten sind besonders günstig.

Orchideengarten bei Funchal
Dieser kleine aber feine Orchideengarten ist für 5 Euro besuchbar. Über 250 Orchideen sind hier ausgestellt, teilweise Arten, die wir noch nie irgendwo zu Gesicht bekommen haben.